Frenulotomie-Erfahrungsbericht: Teil 1

Frenulektomie 11 June, 2009

Dass mit meiner Vorhaut etwas nicht in Ordnung ist, ist mir schon seit Jahren bewusst – die Probleme waren bisher jedoch rein optischer Natur: die Vorhaut ließ sich nicht immer vollständig über den Eichelrand ziehen und meine Eichel war leicht geneigt. Beim geliebten Wichsen hatte ich keine Schwierigkeiten; nur beim Sex, wenn sie nicht feucht genug ist, bei den ersten zwei, drei Stößen das ungute Gefühl, mein Preputium würde demnächst abreißen. Passiert ist jedoch nie etwas.

Ein Skalpell am Penis - ist das ertragbar?

Ein Skalpell am Penis - ist das ertragbar?

Bis einmal meine Vorhaut besonders trocken war. Durch die häufige mechanische Beanspruchung entstanden kleine Risse am Anfang der Vorhaut, die sehr schmerzhaft waren – so schmerzhaft, dass ich teilweise die Vorhaut auch im schlaffen Zustand nicht zurückziehen konnte (grauenvoll beim Pissen!). Im Selbstversuch eingesetzte Cremes brachten kaum Linderung. Kurzum, ich entschied mich, einen Urologen aufzusuchen. Wie es weiter ging, kannst du in diesem Erfahrungsbericht (und den folgenden) nachlesen. WARNUNG: mit Bildern von meinem Schwanz!

Vorgeschichte

Risse in der Vorhaut: links nach mehrtägiger Schonung, rechts nach kurzer "Belastung" mit sehr trockener Vorhaut

Risse in der Vorhaut: links nach mehrtägiger Schonung, rechts nach kurzer "Belastung" mit sehr trockener Vorhaut

Der Urologe sah sich “die Sache” (Urologen reden scheinbar immer von “der Sache”) einmal an und stellte ein Frenulum Breve, also ein zu kurzes Vorhautbändchen, und eine leichte Phimose fest. Er meinte, mit einer konservativen (= erhaltenden) Therapie, etwa mit Steroid-Cremes, hätte man keine Chance, vor allem nicht, wenn ich nicht nur im Sandkasten spiele. Das tue ich nicht. Ich bin ein Autor vom Wichsenblog.

Die Risse würden vernarben, damit würde die Vorhaut noch enger, was die Bildung von neuen Rissen erleichtert – ein Teufelskreis. Er nannte zwei Behandlungsmöglichkeiten:

  • Durchtrennen des Vorhautbändchens, also Frenulotomie als ambulanter Eingriff. Damit würde das Frenulum Breve behandelt werden und möglicherweise das Problem der Phimose gelöst; wenn nicht, kann man anschließend noch immer zu Variante 2 greifen.
  • Beschneidung, also Circumcision mit 2 Tagen Spitalsaufenthalt und Vollnarkose – mit allen Vor- und Nachteilen und Meinungsdifferenzen unterschiedlicher Ärzte (Hygiene, Lustbeeinflussung, Taubheit, Optik, evtl. Komplikationen, Irreversibilität, …).

Vor die Wahl – Frenulotomie oder Circumcision – gestellt, verließ ich die Ordination. Innerlich hatte ich mich schon für eine Circumcision entschieden, brauchte aber noch Zeit, um mich mit dieser Entscheidung abzufinden. Für mich waren die Gründe:

  • Ich wollte das Problem ein für alle Mal vom Tisch haben.
  • Wenn ich schon operieren muss, dann lieber nur ein Mal (mehrere Wochen Enthaltsamkeit, kein Schwimmen etc. nachher)
  • Optik (Geschmackssache… Meiner Freundin wäre es ihrer Aussage nach egal, ich bin vielleicht durch Pornos geprägt)
  • Irgendwie ist es komisch, in der Sauna etc. seine Eichel zu präsentieren. Aber damit werde ich wohl zurechtkommen.
  • Ich kann mir schon vorstellen, dass z.B. Oralsex intensiver wird. Beim Sex steigert sich vielleicht die Dauer?
  • Ich hatte die Vision, dass die Vorhaut den Blutfluss in die Eichel hemmt.

Ich hatte natürlich negative Erfahrungsberichte im Internet gelesen (Infektionen, Lustverlust etc.), aber als ich mich persönlich umhörte, hatte niemand Probleme bzw. man sprach sogar von intensiveren Orgasmen.  Ich dachte mir dann, dass eher negative Erfahrungen publik gemacht werden, während die positiven als selbstverständlich hingenommen wurden. Die Entscheidung kann einem niemand abnehmen, aber mir ist aufgefallen, wie schwer es teilweise ist, ehrlich zu sich selbst zu sein und die eigentlichen Argumente zu finden.

Die Operation

Ich ging also wieder zum Urologen, um mir eine Überweisung für die Circumcision ausstellen zu lassen. Er schien etwas überrascht, murmelte “naja, vielleicht ginge es, wenn man da die Spannung etwas wegnimmt, aber wahrscheinlich haben Sie recht mit ihrer Entscheidung”.

Mit dieser Überweisung ging ich zur Urologischen Ambulanz, um einen OP-Termin zu vereinbaren. Ich wurde zum Arzt geschickt, der mich bat, meine Vorhaut zurückzuziehen und dann sagte: “Und dafür wollen Sie ihre ganze Vorhaut entfernen?”. Er empfahl mir, nur das Frenulum zu durchtrennen und sagte, er würde das gleich machen. Völlig perplex sagte ich ja – vom Selbstbewusstsein des Arztes scheinbar eingeschüchtert. Er trug eine Creme auf und erklärte, dass diese “die Schmerzen lindert, die Sie haben werden”. 15 Minuten später sollte ich wieder in der Ambulanz erscheinen. Während ich hinausging, sagte er zur anwesenden Turnusärztin: “Sie haben ein Glück, heute sehen Sie lauter schöne Sachen, weil niemand macht das so schön wie ich”.

Während der Wartezeit fühlte sich meine Eichel leicht gewärmt an, und natürlich kamen auch ein paar Zweifel auf. Ich hatte dem Arzt nichts von den Rissen in der Vorhaut erzählt, und dass die der eigentliche Grund für meinen ursprünglichen Wunsch nach einer Beschneidung waren. Vielleicht war er nur einer von den militanten Beschneidungsgegnern, die einem in Internet-Berichten auch immer wieder begegnen?

Nach der Wartezeit wurde ich aufgerufen und dachte mir, jetzt gibt es ohnehin kein Zurück mehr. Mir wurde bewusst, dass in wenigen Minuten jemand an meinem Schwanz herumschneiden wird. Grauenhaft! Die Schwester sagte mir, ich soll meine Hose ausziehen, und dann legte ich mich auf die Bank im Behandlungsraum und wurde mit einer sterilen Decke mit einem Loch in der Mitte abgedeckt. Aus dem Loch erhob sich schüchtern mein Penis, was ein erheiternder Anblick war. Mit einem rauen Schwamm sterilisierte die Schwester meinen Penis, nachdem sie scherzte, ich solle “nicht erschrecken, weil Ihr Penis wird jetzt braun. Und es kann ein bisschen unangenehm werden”. War es auch, aber erträglich. Zusätzlich klebte sie eine Erdung auf meinen Oberschenkel.

Dann kam der Arzt mit seiner Turnusärztin und hielt tatsächlich einen ziemlich antibeschneidungsorientierten Vortrag. Die Beschneidung sei ein Segen, wenn man eine kranke Vorhaut hat, während die Amerikaner aus ihrer Bakterienphobie heraus ihren Penis verstümmeln und überhaupt, wäre die Beschneidung ein christliches Ritual, wäre es durch die WHO verboten worden. Und die Türken, die meinen, einen Lustgewinn zu haben, und man könne länger – “Das ist doch kein Lustgewinn.”.

Dann nahm er das HF-Chirurgie-Messer. Bei dieser Art “zu schneiden” wird die Wärmewirkung von einem hochfrequenten Wechselstrom genutzt, sprich, die Haut wird durchgebrannt und damit als Vorteil gegenüber einem normalen Skalpell die Wunde gleichzeitig verödet, sodass es zu keinen oder kaum Blutungen kommt. Der Schnitt selbst fühlte sich an, wie wenn man mit einem Stift auf der nicht-errigierten Eichel herumkratzt. Ja, es tut weh, aber mit einem festen Griff auf das Bett habe ich auch das überstanden. Zugesehen habe ich aber nicht… Der Urologe merkte währenddessen an, ich sei “ein Held”. Nach zwei Minuten war die Sache erledigt und ich habe nun “eine wunderbar gerade Eichel” und werde dem Arzt später noch danken. Wenn ich unzufrieden sei, wird man sicher eine Beschneidung machen können.

Drei bis vier Tage “brav sein” – überraschend kurz, liest man überall von mehreren Wochen. Vielleicht wegen der HF-Chirurgie? Rregelmäßig eine Antibiotika-Creme gegen Entzündungen applizieren und am ersten Tag beim Waschen die Vorhaut nicht zurück ziehen, dann erst Wasser darüber rinnen lassen. Die Nachkontrolle könne ich beim niedergelassenen Urologen machen.

Heilung & danach

Das erste Zurückziehen der Vorhaut wenige Stunden nach der Operation: etwas geschockt vom Blut

Das erste Zurückziehen der Vorhaut wenige Stunden nach der Operation: etwas geschockt vom Blut

Nach ein paar Stunden zog ich erstmals die Vorhaut zurück. Der erste Schock: In der passenderweise weißen Unterhose war neben den Jodspuren ein Blutfleck, und auch auf der Eichel selbst war Blut zu sehen. An der Eichel ist ein kleiner Rest vom Frenulum, von dem ich hoffe, dass er sich mit der Zeit zurückbildet – er sieht etwas komisch aus. Aber die Eichel war tatsächlich sehr gerade.

Die Wunde in Gesamtansicht wenige Stunden nach der Operation

Die Wunde in Gesamtansicht wenige Stunden nach der Operation. An der Eichel ist ein Rest des Frenulums erkennbar.

Pissen ging ganz normal, und der Strahl streute weniger als bisher. Die Phimose schien mir schon besser geworden zu sein, wenn auch nicht weg. Schmerzen hatte ich keine, es war einfach ein komisches Gefühl und ich hatte einen breiteren Gang, und wann immer etwas in die Nähe meines Penis kam, war ich hypernervös. Ist ja mein bestes Stück.

Wunde am ersten Tag nach der Operation: Leicht gelblich gefärbt

Wunde am ersten Tag nach der Operation: Leicht gelblich gefärbt

Am zweiten Tag war die Wunde leicht gelblich. Beim Duschen kein Brennen, einfach nur sehr empfindlich. Am dritten Tag sag die Wunde fast gleich aus, war aber weniger empfindlich. Ich war schon ziemlich geil; meine letzte Entleerung lag schon länger zurück. Schließlich war sie da – eine erste Erektion, wenn auch nicht ganz, aber ein bisschen. Vorsichtig spielte ich ein bisschen herum, eher nur am Schaft, und meiner Freundin erlaubte ich großzügig, an der Vorderseite der Eichel mit der Zunge zu spielen. Da nun erstmals die Unterkante der Eichel wirklich blank lag und direkt stimulierbar, erlebte ich einen höllisch guten Orgasmus.

Am dritten und vierten Tag legte ich jeweils auch ein Mal selbst Hand an, was auch gut war. Aber in der Geilheit vergisst man den Schonungsbedarf ein bisschen, und ich war unvorsichtig. Ob es damit zusammenhängt, oder nicht, weiß ich nicht, jedenfalls entstanden immer wieder kleine Bluttropfen am Penis, während sich die Wunde langsam verschloss und vom merkwürdigen gelben Strich mehr in Richtung einer gewöhnlichen Schnittwunde entwickelte.

Am 5. Tag nach der Operation: Der gelbe Strich ist zurückgebildet und die Wunde sieht mehr wie eine gewöhnliche Schnittwunde aus.

Am 5. Tag nach der Operation: Der gelbe Strich ist zurückgebildet und die Wunde sieht mehr wie eine gewöhnliche Schnittwunde aus.

Gestern und heute, sechs Tage nach der Operation, blutete die Wunde nicht mehr, und heute werde ich mit entsprechend viel Gleitgel probieren, wie Sex so ist… Wie es weitergeht, wirst du in Teil 2 erfahren!

Fragen? Hinterlasse einfach einen Kommentar! Deine E-Mail-Adresse wird hier natürlich nicht veröffentlicht, sie dient lediglich dem Schutz vor Spam. Teil 2 erscheint am 16. Juli 2009!

9 Kommentare zum Thema “Frenulotomie-Erfahrungsbericht: Teil 1”

  1. » Frenulotomie Teil 2: Der erste Sex | Wichsenblog sagt:

    […] einigen Wochen habe ich berichtet, warum bei mir eine Frenulotomie angesagt war, wie ich mit einer Operation schockiert wurde  und […]

  2. » Frenulotomie Teil 3: 3 Monate später | Wichsenblog sagt:

    […] den Teilen 1 und 2 habe ich berichtet, warum ich meinem Penis eine Frenulotomie antun musste, wie der Eingriff […]

  3. Thize sagt:

    ich bin 14 und habe eine beschneidung hinter mir was ich nicht empfehlen kann! 2 wochen ist die eichel extrem empfimdlich. fast schon schmerzhaft. Und meiner Freundin und mir geht es wirklich viel zu schnell! nach 3-8 minuten ist man fertig und hat stundenlang kein bock mehr!

  4. Novo69 sagt:

    Hm, Du schreibst hier überhaupt nichts von einer örtlichen Betäubung. Wurde das wirklich ohne gemacht, nicht mal eine betäubende Salbe? Und es wurde nach dem Schneiden nichts vernäht? Ich sehe zumindest keine Fadenenden.

  5. Don sagt:

    Steht beides im Artikel – doch, es gab eine betäubende Salbe, die ca. 30 Minuten einwirken musste, und es musste wegen des HF-Messers, das das Gewebe gleich verödet (= wegbrennt), nichts vernäht werden. Das hätte ich glaub ich auch nicht ausgehalten 😉

  6. Novo69 sagt:

    Danke, und sorry, das hatte ich jetzt echt überlesen. Ohne Betäubung wäre es wohl wirklich Folter.

  7. Don sagt:

    Ich glaub meine Antwort liest sich böser als sie gemeint war 😉

  8. Angsthase sagt:

    Hallo Männer

    Wer hat sein frenulum breve durchtrennt?

    – wie ist die Vernarbung? Sieht das noch appetitilich aus? Verhärtung?

    – wie ist das Empfinen danach?

    – ist die Vorhaut danach endlos rückziehbar?

    – was tun um nach der OP keine Erektion zu bekommen?

    Bei mir ist es 4-5 Male gerissen und nicht optimal vernarbt. Bändchen nur noch dünn. Zwei löchlein auf jeder Seite zu unterst am Bändchen. Es wirt so weit nach unten geschnitten, bis die Löcher frei sind. Das wird ein Riesenschnitt!!!

    Wer kann mir hier konkretes berichten!

    Danke

  9. Don sagt:

    Hallo Angsthase,
    lies doch die Teile 2 und 3, die in den Kommentaren verlinkt sind, da werden die ersten deiner Fragen (auch mit Bildern) beantwortet. Verhärtung habe ich auch nach Jahren keine feststellen können, das Empfinden ist weit besser als vorher.
    So lange du Schmerzen hast, hast du auch keine Erektion, so einfach ist das 😉 Ich habe, wie du oben lesen kannst, schon recht bald den nächsten Schritt gewagt, das hat so weit ich das beurteilen kann keine Probleme verursacht. Du merkst dann schon, was geht und was nicht geht!
    Alles Gute!

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